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Und wo es sonst so hinführt.

»Ach, was ich weiß, kann jeder wissen - mein Herz habe ich allein.« - Die Leiden des jungen Werther - Am 9. Mai 1772

Impression. Impression. Impression.

deine stimme

deine stimme ist heiser geworden von der wortlosigkeit der vergangenen jahre. im blau vergießen sich deine lippen, deine finger und weißtot färbt sich die hand an deiner brust. du sagst du wüsstest.
dass dir ist kalt ist, verraten mir die kleinen fasen unter deiner haut, die sich noch aufstellen als seist du tapfer und bereit auf jeden sturm, der da kommt. auf jedes eis, das sich friert, auf jedes gegen in deinem für. doch dies sind die übrigbleibsel einer langen reise, die nun ohne dich hier ist und vor mir steht und das wie nicht weiß. nicht, was sie jetzt hier will, und von mir. oder kann, oder muss. ich sehe, wie die hand auf deiner brust zu beben beginnt und wie stein auf stein höre ich die alte melodie klimpern, die wir doch nicht und nie mehr hören wollten.
in diesem augenblick beginne ich zu verstehen, wie wenig das wort doch ist und dass es im grunde nichts ist als ein wenig schall zwischen rauch. als die illusion, die wir nicht aufzugeben bereit sind solange wir einfach reden. die wirklichkeit aber sieht anders aus. die wirklichkeit tritt ein, wenn die stille uns umschlägt und kein wort uns kaschiert wie masken es im schauspiel belieben. wenn der schweiß auf der stirn nicht im puder erstickt und augen den ungefälschten ausdruck der seele beanspruchen. dann bist du echt.

den knochenmann hättest du geküsst und hielst ihn in diesen armen. wie ein kind, sagst du, dessen unschuld du nicht loslassen kannst.
wenn mir die worte jetzt kämen.

tausendmal

tausendmal
dein einmaleins
von küssen feuerrot
betrunken
liegt
tausendschwer
ein schmetterling
flügellos im fall
versunken.

notausgang

zwischen all dem, was ich sehe, was doch nicht da ist, und dem, was zu sehen wäre, weil es doch da ist, liegt eine markanz, die verschwimmt und auflöst und diesen kopf verlässt. oder ist es dann doch mehr der kopf, der verlässt, weil sein sinn die eintracht sucht, die da gerade irgendwie hält in dem, was bleibt? ich zeige dir jeden notausgang, jede tür und jede treppe im detail mit seinem wallnussbaumfarbenden floralemblem und doch möchte ich, dass du bleibst. dass du einfach bleibst, ohne je stillstehen zu müssen. dass du meine hand nimmst und nicht zögerst und ganz wortlos mit in diese flut läufst bishin der spiegel sich doch einmal zu verlieren droht. und dann möchte ich, dass du gehst, dass du einfach gehst und dich nie wieder umdrehst.

fort

fort will ein ton
zum schwingenschlag und
rausch
wo farben singen.

fort will die luft
zum atemvoll und
puls
den wellen stillen.

fort will dann ich
zum flügelhain und
schilf
weil in sich ruht.

die welt gebricht.

wort für wort

wort für wort.
geliebt zum satz,
in dieser sprache
ohne schall.

stillschlag

mein soll schlägt fort,
noch immer gleich
und zieht der welten
vollen kummer.
verliebt in schwarz
sucht es das blau
und bricht der sterne
größten schlummer.

bernsteinaugen

auch bernsteinaugen
kotzen vollverendet
formschön
ihr gläsernes heil.
seelenfort gleichwohl
fließt ihr gelbes ocker
ein in keramik wo
nur ein spiegelton singt
dann noch sein zurück.